Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) – Herausforderung für Imkerei und Naturschutz

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde Anfang der 2000er Jahre nach Europa eingeschleppt. Seit einigen Jahren breitet sie sich auch in Nordrhein-Westfalen zunehmend aus und gilt als invasive gebietsfremde Art.

Beschreibung
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als unsere heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro). Charakteristisch sind ihr überwiegend dunkel gefärbter Körper, die orangefarbene Stirn sowie die auffällig gelben Beinenden. Aufgrund dieser Merkmale wird sie auch als „Asiatische Gelbfuß-Hornisse“ bezeichnet.
Ihre Nester baut sie zunächst an geschützten Orten wie Schuppen, Gartenhäusern oder Rollladenkästen. Im Laufe des Sommers entstehen häufig große Sekundärnester hoch in Baumkronen, die oft erst im Herbst sichtbar werden.

Verhalten
Die Asiatische Hornisse ernährt sich hauptsächlich von anderen Insekten. Besonders während der Aufzucht ihrer Brut jagt sie Fluginsekten, darunter auch Honigbienen. Dabei lauern die Hornissen häufig vor den Fluglöchern von Bienenstöcken und fangen heimkehrende Sammelbienen im Flug.
Für den Menschen ist die Asiatische Hornisse grundsätzlich nicht gefährlicher als die heimische Hornisse. Sie verhält sich außerhalb des Nestbereichs meist unauffällig. Wie bei allen sozialen Faltenwespen können jedoch Störungen am Nest zu Verteidigungsreaktionen führen.

Problematik für die Imkerei
Für Imker stellt die Asiatische Hornisse eine besondere Herausforderung dar. Die Tiere jagen gezielt Honigbienen vor den Beuten und können bei starkem Befallsdruck erheblichen Stress in den Bienenvölkern verursachen. Die Bienen reduzieren dann häufig ihren Flugbetrieb, wodurch weniger Nahrung eingetragen wird. Geschwächte Völker können dadurch zusätzlich belastet werden.
Neben Honigbienen werden auch zahlreiche andere Bestäuber wie Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen erbeutet. Daher wird die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse nicht nur von Imkern, sondern auch aus Sicht des Naturschutzes aufmerksam beobachtet.

Was tun bei einem Nestfund?
Wer ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt, sollte keine eigenen Bekämpfungsmaßnahmen durchführen. Die Nester können mehrere tausend Tiere beherbergen und dürfen nur von geschulten Fachleuten entfernt werden. Zudem besteht die Gefahr einer Verwechslung mit der geschützten Europäischen Hornisse.

Für Hagen und den Ennepe-Ruhr-Raum empfiehlt sich die Meldung an:

die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hagen

das Umweltamt der Stadt Hagen

das Landesamt für Natur, Umwelt und
Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW)

Hilfreich sind dabei Fotos sowie möglichst genaue Angaben zum Fundort. Nestfunde werden dokumentiert und das weitere Vorgehen mit Fachberatern oder spezialisierten Schädlingsbekämpfern abgestimmt.

Wichtig: Bitte halten Sie Abstand zum Nest und versuchen Sie niemals, es selbst zu entfernen. Die fachgerechte Beurteilung und gegebenenfalls Beseitigung sollte ausschließlich durch geschulte Fachkräfte erfolgen.